Bahnelektrifizierung: MdL Holetschek für wirksamen Lärmschutz in Westerheim
Westerheim. Westerheim kämpft für den Schutz seiner Bürger gegen eintretende hohe Lärmbelastung wenn die Bahn die Strecken-Elektrifizierung München-Lindau durchführt. Die projektierten Lärmschutzmaßnahmen, die jetzt aufgezeigt und als Vorstufe in ein Lärmschutz-Gutachten einfließen sollen, sind für die Gemeindevertreter teilweise unverständlich. Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek zeigte sich indes moderater: "Die Elektrifizierung ist von enormer Wichtigkeit für unseren Raum. Aber man muss für die betroffenen Anwohner verträgliche Lösungen finden".
Holetschek sieht die Vertreter der Bahn in der Pflicht, eine größtmögliche Transparenz über die einzelnen Baumaßnahmen herzustellen. Die Bürger eines solch wichtigen Zukunftsprojektes seien von Anfang an einzubinden und mitzunehmen. Die bereits bestehende schwierige Infrastruktur Westerheims mit der Zerschneidung des Orts durch die Bahnlinie in einen Nord- und einen Südteil werde durch die benötigten Stromoberleitungen auf dem Bahndamm komplett inakzeptabel für alle, so Bail. Durch den Anstieg der Taktung des Schienenverkehrs mit überhöhten Geschwindigkeiten übersteige die Lärmbelästigung die Zumutbarkeit erheblich. Trotz zwischenzeitlich anerkannter Schutzwürdigkeit Westerheims wegen überhöhter dB-Werte sei dies ein Problem, das auch mit den nun sehr anschaulich aufgezeigten Schallschutzmaßnahmen nur unzureichend gelöst werde. Schallschutzmauern mit teilweise bis zu drei Metern Höhe zerstörten das Ortsbild vollkommen und seien den Bürgern nicht zuzumuten, so der einhellige Tenor. Martin Crljenkovic, Vertreter des Architekturbüros Möhler & Partner, stellte die Bereiche mit Anspruch auf Lärmschutz und die projektierten Schallschutzmöglichkeiten, die später in ein zu erstellendes Gutachten einfließen sollen, in seinen verschiedenen Varianten vor. Es zeigte sich, dass trotz noch vertretbarer Schallschutzmauern zahlreiche Schutzfälle, besonders für die Nachtzeit von 22:00 - 6:00 Uhr morgens, ungelöst bleiben. "Aus ortsplanerischer Sicht ist die ganze Sache für Westerheim eine einzige Katastrophe", fasste Bail die Vorschläge zusammen. Auch MdL Holetschek schätzt die Angelegenheit für die Kommune als unbefriedigend ein. "Wenn wir über 30 oder 90 offene Schutzfälle sprechen ist es aber um so wichtiger, dass die Möglichkeiten in jedem Falle mit den Menschen eingehend besprochen werden", argumentierte Holetschek. Die Bahnlinie alternativ, komplett zu untertunneln, wie von Bail vorgeschlagen, wurde aus Kostengründen übereinstimmend als unrealistisch abgelehnt. Eine überlegenswerte Variante brachte dagegen Architekt und Städteplaner Franz Arnold ins Gespräch. Um die derzeitige "Mauer" zwischen Ober- und Unterwesterheim zu beseitigen, solle der hohe Bahndamm abgetragen und die Bahn niedriger gelegt werden. Ein durchaus interessantes Projekt, das aber ebenfalls hohe Kosten verursachen würde und im vorhandenen Zeitfenster nicht zu verwirklichen wäre, sagte Neumaier. MdL Holetschek, gab allerdings zu bedenken, dass es sich lohne über diese Idee nachzudenken. Die DB wurde schließlich gebeten eine Machbarkeitsstudie darüber anzufertigen. Um für die Bürger zumindest einen kleinen Vorteil zu erhalten wurde vorgeschlagen, einen eigenen Halteknoten in Westerheim einzurichten. Außerdem habe die Bahn die Möglichkeit, als zumindest kleinen Ausgleich der zu erwartenden Unzulänglichkeiten, die Brücke in der Hauptstraße zu sanieren, so Bürgermeisterin Bail zum Abschluss der Gespräche.
Mit dem Ziel einer zügigen Realisierung der Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau befasste sich ein sogenanntes Dialogforum bereits im November vergangenen Jahres. Nun gab es auf Einladung des hiesigen Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek ein erneutes Gespräch im Gemeindeamt Westheim.
Bildunterschrift: Diskutierten über einen wirksamen Lärmschutz, von links: Bürgermeisterin Christa Bail, MdL Klaus Holetschek, DB-Vertreter Matthias Neumaier sowie Architekt und Städteplaner Franz Arnold.