Klaus Holetschek

Bayerischer Heilbäder-Verband fordert vom Bund Wende in der Gesundheitspolitik

11.03.2014, 14:57 Uhr | Pressemeldung

Verbandsspitze zum Gespräch bei Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Berlin/ Bad Füssing. Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) hat die Bundesregierung zu einer Kehrtwende in der Gesundheitsprävention aufgefordert. Bei einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte der BHV-Vorsitzende Klaus Holetschek, angesichts zunehmender Volkskrankheiten und steigender Krankheitstage sei es höchste Zeit, dass die Bundesregierung ernsthafte Präventionspolitik betreibe. „Es kann nicht sein, dass die Prävention in einer Nacht-und-Nebelaktion aus dem Koalitionsvertrag verschwindet, und es keine Ansätze für eine nachhaltige Gesundheitsvorsorge in der Politik der Bundesregierung gibt“, so Holetschek. „

Foto: v.l.n.r.: BHV-Vorsitzender Klaus Holetschek, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und stellvertretender BHV-Vorsitzender Alois Brundobler.  Foto: v.l.n.r.: BHV-Vorsitzender Klaus Holetschek, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und stellvertretender BHV-Vorsitzender Alois Brundobler.

„Wir müssen weg vom Kleckern hin zur echten Präventionsstrategie. Es ist längst nicht mehr damit getan, die Zuschüsse für ambulante Kuren zu erhöhen, wenn diese Kuren immer seltener genehmigt werden. Die Politik darf dem Sparkurs der Krankenkassen nicht mehr tatenlos zusehen und muss endlich richtige Rahmenbedingungen in der Prävention schaffen.“ Im Einzelnen verlangte Holetschek ein Präventionsgesetz, das auch die Leistungen der Heilbäder und Kurorte berücksichtigt, und Änderungen im Sozialgesetzbuch. „Die ambulanten Vorsorgemaßnahmen nach § 23 Absatz 2 SGB V müssen zur Pflichtleistung der Krankenkassen werden. Es kann nicht länger sein, dass sich die Kassen um die Genehmigung der ambulanten Kuren mit fadenscheinigen Ausreden drücken, der Patient habe vor Ort noch nicht alle Maßnahmen ausgeschöpft.“ Die ambulanten Vorsorgemaßnahmen sind von rund 900.000 Mitte der neunziger Jahre auf rund 66.000 im Jahr 2012 zurückgegangen. 

Bad Füssings Bürgermeister und stellvertretender BHV-Vorsitzender Alois Brundobler forderte ein Bündnis für Gesunde Mitarbeiter auch auf Bundesebene. „Auf Landesebene werden wir in Bayern in Kürze das erste Bündnis vorstellen“ so Brundobler. „Beteiligt daran sind eine große Krankenkasse, die Heilbäder und Kurorte, der Bayerische Hotel- und  Gaststättenverband und die Arbeitgeber.“ Ziel dieses Bündnisses sei es, gemeinsam neue Präventionsangebote zu entwickeln und vor Ort umzusetzen, die Krankenkassen, Patienten und Arbeitgeber gleichermaßen zufrieden stellten. Holetschek und Brundobler luden Bundesgesundheitsminister Gröhe zu Gesprächen nach Bayern ein. „Es wäre sinnvoll, sich vor Ort ein Bild über das angestrebte Bündnis für gesunde Mitarbeiter, aber auch über die Leistungen und die wirtschaftliche Bedeutung der Heilbäder und Kurorte zu machen“, sagte Holetschek. In Bayern arbeiten über 800.000 Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaft, weitaus mehr als in der Automobilindustrie. Die bayerischen Heilbäder und Kurorte seien hier mit einer Brutto-Wertschöpfung von 3,7 Milliarden Euro, 100.000 Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und 400 Millionen Euro an Steuerrückfluss ein wichtiger Faktor. 

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bekräftigte, dass das Präventionsgesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll. In diesem Zusammenhang würden auch die Heilbäder und Kurorte auf der Agenda stehen, so der Minister.  Bei dem anschließenden Treffen mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU- Bundestagsfraktion Dr. Georg Nüsslein gab dieser ein Bekenntnis zu den Heilbädern und Kurorten ab und versprach sein Bemühen, im zukünftigen Präventionsgesetz Leistungen der Kurorte einzubringen.