Klaus Holetschek

Memmingen bekommt Hochschul-Außenstelle

16.06.2015, 14:11 Uhr | Pressemeldung

Memmingen/München. Die Stadt Memmingen erhält im Rahmen des vom Bayerischen Wissenschaftsministerium landesweit ausgerufenen Wettbewerbs „Partnerschaft, Hochschule und Region“ den Zuschlag zur Einrichtung einer staatlichen Hochschul-Außenstelle. „Diese großartige Nachricht hat mir Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle nach der heutigen Ministerratssitzung persönlich mitgeteilt“, so Klaus Holetschek, der als Memminger Landtagsabgeordneter und Stadtratsmitglied vor Ort und in München hartnäckig und überzeugend für die Hochschul-Außenstelle gekämpft hat. 
„Das war ein wahrlich dickes Brett, aber ich habe immer gesagt, dass Memmingen als Oberzentrum und zweitgrößte Industriestadt nach Augsburg in Schwaben jetzt am Zug sein muss und der richtige Standort für eine staatliche Hochschuleinrichtung ist“. Alle Beteiligten hätten wie von ihm gefordert an einem Strang gezogen, so Holetschek. Die Stadt hat sich be-worben und engagiert am Wettbewerb beteiligt und die schwäbischen Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm haben einen hervorragenden gemeinsamen Antrag eingereicht. „Es hat die Chance sicher erhöht, dass wir in Schwaben keinen Alleingang, sondern eine gemeinsame Bewerbung abgegeben haben“. Wichtig, so Holetschek, sei auch die Rückendeckung der heimischen Wirtschaft bzw. der schwäbischen IHK gewe-sen. Die Hochschuleinrichtung werde einen wichtigen Beitrag für die dringend benötigte Qualifizierung von Fach- und Führungskräften sowie die zukünftige Entwicklung der Stadt als Oberzentrum leisten. In Schwaben werden zwei Hochschul-Außenstellen in Memmingen und Nördlingen entstehen, da es dort bereits Technologietransferzentren gibt. Diese Zentren sind ebenfalls Hochschulableger. Sie realisieren Forschungsprojekte für Firmen. „Das Konzept sieht ein berufsbegleitendes Studium vor, das zunächst an diesen Außenstellen in den ersten vier Semestern beginnt und dort oder an den eigentlichen Hochschulen beendet wird“, erläutert Holetschek. In den ersten vier Semestern werden Grundlagen beispielsweise in Mathematik oder Informatik vermittelt. Danach ist geplant, dass die Studenten in technische Studiengänge wie Mechatronik, Elektrotechnik oder Maschinenbau wechseln. Auch das digitale Lernen soll eine große Rolle spielen. So ist beispielsweise denkbar, dass ein Chat mit dem Professor eine Vorlesung im Hörsaal ersetzt. Aufgabe der Sieger-Hochschulen wird es nun sein, zügig die Details für die neuen Studiengänge auszuarbeiten und abzustimmen. Ferner sind die konkreten Rahmenbedingungen zur räumlichen Unterbringung vor Ort zu klären. Ziel sollte dabei sein, so Holetschek, dass wir nächstes Jahr mit den neuen Angeboten starten können. Am Wettbewerb haben sich 15 der 17 staatlichen bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften bzw. der technischen Hochschulen beteiligt. Die eingereichten Konzepte wurden externen Experten zur Überprüfung und Bewertung vorgelegt. Der Ministerrat hat heute drei förderfähigen Anträgen, darunter der Verbundantrag mit Memmingen, sowie zwei bedingt förderfähigen Anträgen, offiziell den Zuschlag erteilt. Für den Wettbewerb werden pro Jahr 6 Mio. Euro im Haushalt und insgesamt zunächst 15 Planstellen bereitgestellt. Holetschek: „Das ist ein vielversprechender Anfang, ein erster wichtiger Schritt, daraus kann sich sicher Weiteres entwickeln“, ist Holetschek überzeugt.  Foto/Quelle: StMBW.